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Pro Clubs im Umbruch: Warum Teams den Weg zu echten Fußballklubs suchen - Das Interview mit Rote Teufel und ESC Rellinghausen 06
Veröffentlicht am 25.Nov.2023 - Community Allgemein von Spidey - 2033 mal gelesen

Mit ESC Rellinghausen 06 (ehemals Equality 05) und Rote Teufel eSport (ehemals Knallgas) treten zwei der traditionsreichsten Vereine der ehemaligen PC-Sparte nun unter neuer Flagge an. Wir haben die beiden Vereine interviewt, um herauszufinden, warum sie diesen Schritt gewagt haben und ob jeder ProLeague-Verein sich einem richtigen Fußballverein anschließen sollte. (Die vollständigen Interviews sind am Ende zu lesen).

 


 

Sowohl Knallgas als auch Equality 05 sind seit vielen Jahren Teil der ProLeague. Die ersten Spuren von Knallgas finden sich in der Saison 2, als sie in der League TWO starteten. Nach dem Aufstieg aus der zweiten Liga spielen sie seitdem immer in der ersten Liga. Equality 05 tauchte erstmals in Saison 8 in der League THREE B in der ProLeague-Landschaft auf und musste ebenfalls nie einen Abstieg vermelden. Beide Teams traten zwischenzeitlich jeweils einmal unter dem Namen Playing-Ducks e.V. an, sind aber unter den Namen Knallgas und Equality 05 in der ProLeague allgemein bekannt. Nun also der erneute Namenswechsel und diesmal unter die Fittiche offizieller Vereine. 

 

Während beim ESC Rellinghausen 06 die Teilnahme an der ProLeague Championship eine große Rolle bei der Entscheidung spielte, war dies bei Rote Teufel eSport nur “ein kleiner Faktor bei der Entscheidungsfindung”. Für Knallgas war jedoch klar, dass man sich sofort nach Kaiserslautern orientieren würde, wenn man sich einem offiziellen Verein anschließen wollte. Das hängt damit zusammen, dass einige Teammitglieder aus Rheinland-Pfalz kommen, wie uns Teamkapitän L3G3nD84 verrät.  

Patrick Baur: "Wird ein Community Team Pokalsieger, interessiert das in einer Stadt niemanden."

Offizielle Vereine werden in der Pro-Club-Szene immer beliebter. Vor allem seit Patrick Baur mit seiner Firma esport-manager.com versucht, den Pro Clubs Modus bekannter zu machen. Seitdem touren sie durch die Fußballvereine Deutschlands und versuchen deren Spieler davon zu überzeugen, ein Pro Clubs Team zu gründen, um mehr Spieler für den Modus zu gewinnen. Doch warum sollten sich Pokal?bergabe des BSC Union Solingen bereits bestehende Pro Clubs Teams einem richtigen Fußballverein anschließen? Patrick Baur antwortet auf diese Frage mit drei Beispielen: Sein Argument ist zum einen die Legitimation. Viele Deutsche haben immer noch ein schwieriges Verhältnis zu Esport als Sport (Quelle 1). Patrick Baur erklärt dies am Beispiel eines Pokalsieges. Wenn Community-Teams Erfolge feiern, interessiert das in der Stadt niemanden. Wenn dagegen ein realer lokaler Verein virtuell Erfolge feiert, erregt das mehr Aufmerksamkeit in Presse und Politik, so seine Argumentation. Ein zweiter Punkt ist für ihn die Gemeinnützigkeit und die damit verbundenen Übungsleiterpauschalen, die steuerbegünstigt ausgezahlt werden können. Zudem seien die finanziellen Rahmenbedingungen in den Strukturen der Sportvereine noch besser.

 

Das Ziel, den Modus beliebter und bekannter zu machen, verfolgen sowohl Knallgas als auch Equality 05. Für die jetzigen Roten Teufel ist es auch wichtig, einen Fußballverein, mit dem sie sich identifizieren können, nun auch auf dem virtuellen Rasen vertreten zu können. Während Rote Teufel eSport bzw. der FC Kaiserslautern deutschlandweit bekannt ist, sieht das neue eSport-Team des ESC Rellinghausen 06 darin auch eine Möglichkeit, den Namen ihrer neuen sportlichen Heimat bekannter zu machen. 

Beide Vereine erhoffen sich durch die Kooperation neue Möglichkeiten. Während Rote Teufel eSport dazu keine Auskunft geben möchte, ist da Fitzo vom ESC Rellinghausen 06 offener. Er erhofft sich nun bessere Verbindungen und Beziehungen aufbauen zu können und vor allem den Verein besser kennen zu lernen. Ebenso stellt er sich vor, dass die neuen Partner gemeinsam über den eSport hinaus wachsen und so eventuell sogar Karrieremöglichkeiten für die Spieler:innen des Teams kreiert werden könnten. 

Sportlich wollen beide Teams erfolgreich sein. Während Rote Teufel eSport sich in der sportlich noch schwer einzuschätzenden League ONE etablieren und das internationale Geschäft erreichen möchte, schielt der ESC bereits auf Titel.  

Fitzo vom ESC: "?Daher ist eines unserer Ziele, in den vertretenen Wettbewerben, einen hohen Platz zu erreichen und nach Möglichkeit sogar einen weiteren Titel willkommen heißen."

Während der Name Rote Teufel eSport in der Pro-Club-Szene und darüber hinaus bekannt ist, braucht der ESC Rellinghausen den sportlichen Erfolg, um sich einen Namen zu machen. Patrick Baur sieht das nicht als Problem, da außerhalb der Community niemand die Namen Knallgas und Equality 05 kennt. Er sieht es sogar als Vorteil, dass selbst bei einem Landesligisten der ganze Verein eSport und speziell den ProClub-Modus mitbekommt und vielleicht Interesse entwickelt. Ob er Recht hat, bleibt abzuwarten. 

 

Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die beiden Teams zwischen sich und ihrer neuen fußballerischen Heimat sehen, erfahrt ihr im ganzen Interview in den Spoilern.

 

Was haltet ihr von dem Trend, sich offiziellen Fußballvereinen anzuschließen? Eure Meinung dazu und auch zu den konkreten Fällen ESC Rellinghausen 06 und Rote Teufel eSport könnt ihr gerne in den Kommentaren hinterlassen!

 

Die vollständigen Interviews:

 
 Rote Teufel eSport - Interview mit L3G3ND84
 
 ESC Rellinghausen 06 - Interview mit Fitzo
 
 esport-manager.com - Interview mit Patrick Baur

 
 Quellen

  • 2 Kommentare
  • 25.11.2023 um 12:00


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Kosi 26.11.2023 um 17:09
Nevermind, hatte die Seite noch auf Englisch.
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Kosi 26.11.2023 um 17:02
Netter Artikel, aber habt ihr das der Reichweite halber auf Englisch übersetzt?
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